Arbeitermotiv


Beschreibung

Späte 1950er- bis frühe 1960er-Jahre, Öl auf Leinwand, 139x190 cm (mit Rahmen 159x210x8 cm) /// Die lettische Malerin Māra Kažociņa (1936–1992) erhielt ihre fachliche Ausbildung an der Kunstakademie Lettlands. Ihr künstlerischer Weg begann Mitte der 1960er Jahre, als in der lettischen Malerei eine neue Generation konzeptuell und formal mutiger Künstler hervortrat. Kažociņa gilt als eine der markantesten Malerinnen ihrer Generation, deren Werke strengen Intellektualismus mit einer sensiblen emotionalen Atmosphäre vereinen. Als ihren wichtigsten künstlerischen Mentor betrachtete sie den Maler Edgars Iltners (1925–1983), dessen Einfluss in ihrer frühen Schaffensperiode deutlich sichtbar ist, in Arbeiten, die durch romantisierte Robustheit und Elemente des sogenannten sowjetischen “Strengen Stils” oder “Harten Stils” gekennzeichnet sind. Ausgehend vom Realismus und vom konkreten Bild entwickelte sich Kažociņa allmählich zu größerer Konzeptualisierung, Stilisierung und Verallgemeinerung der Bildsprache. In ihrer Malerei wird die Realität zu einer Metapher, deren Bedeutung im Gleichgewicht von Form und Farbe liegt. Die Künstlerin strebte danach, rationales Denken mit emotionaler Tiefe zu verbinden und sich bewusst von der thematischen Ideologie des sowjetischen Alltagslebens zu distanzieren. Ihre Werke zeichnen sich durch eine lakonische, beinahe asketische Ausdrucksweise, robuste Formen und ausgewogene Farbverhältnisse aus. Zu Lebzeiten zeigte die Malerin mehr als 20 Einzelausstellungen, und nach ihrem Tod wurden mehrere Gedenkausstellungen organisiert. Eine der jüngsten war „Die Spirale“ (Spirāle) im Lettischen Nationalen Kunstmuseum im Jahr 2022, im Rahmen der Ausstellungsreihe „Die Generationen“ (Paaudzes). Kažociņas Gemälde befinden sich in privaten Sammlungen in Lettland, Deutschland, Russland, UK und den USA sowie in öffentlichen Sammlungen: dem Lettischen Nationalen Kunstmuseum, dem Museum des Lettischen Künstlerverbandes, dem Museum Liepāja, dem Geschichts- und Kunstmuseum Ogre, dem Regionalmuseum Talsi (Lettland) und der Staatlichen Tretjakow-Galerie (Moskau, Russland). Eine figurative, thematische Großkomposition präsentiert eine Interpretation des Arbeiter-Motivs, das für den sozialen und ideologischen Kontext der Mitte des 20. Jahrhunderts in den Ländern des sowjetischen Blocks charakteristisch ist. Das Werk entstand in der frühen Phase von Kažociņas Karriere, möglicherweise während ihres Studiums. In dieser monumentalen Komposition werden drei Arbeiter in einem Moment der Ruhe dargestellt, während sie die industrielle Landschaft betrachten. Die Intensität körperlicher Arbeit wird durch robuste, nahe an der Bildebene platzierte Figuren, vom Sonnenlicht beleuchtete Haut, eine kraftvolle muskuläre Modellierung und eine lakonische Schlichtheit der Kleidung betont. All dies verleiht den Figuren sowohl Vitalität als auch einen Eindruck alltäglichen Realismus. Die Komposition greift auf Referenzen zum Werk von Edgars Iltners zurück, insbesondere auf die Bildsprache des sowjetischen “Strengen Stils” oder “Harten Stils”, die auf Lakonismus, konstruktivem Rhythmus und der Monumentalität des Bildes des arbeitenden Menschen basiert. Das Gemälde zeigt einen professionellen Ansatz, der auf direkter Beobachtung und den Prinzipien des Realismus beruht, während es gleichzeitig die visuelle Sprache und die ideologische Ausrichtung seiner Zeit widerspiegelt. /// Die Signatur der Künstlerin befindet sich in der unteren linken Ecke des Gemäldes.
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Eigenschaften

Losnummer: 2025/0342
Künstler: Māra Kažociņa
Schätzpreis: 3200
Zustand: 7
Genre/Stil: Realismus

Geschichte der Raten

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